Süßen ohne weißen Zucker

Wir Eltern können ein Lied davon singen: Kinder lieben Süßes. Die Kleinen sind genetisch darauf gepolt. In grauer Vorzeit waren süße Lebensmittel eine sichere Sache: Süß heißt “nicht giftig” und liefert außerdem eine Menge Kalorien – die brauchen gerade die Kleinen fürs Wachstum, die Entwicklung und natürlich fürs ausgiebige Toben.

Die Nachteile von weißem Zucker

Mittlerweile leben wir aber nicht mehr in der grauen Vorzeit, sondern in einer Welt mit hochmoderner Lebensmittelindustrie. Süßes und Zucker sind industriell herstellbar und allgegenwärtig. Kuckt einfach mal auf die Inhaltslisten im Supermarkt – Glucose, Fructose, Maltose, Detxtrin … Zucker hat viele Namen. Und hier fängt das Problem an: Wir essen einfach viel zu viel davon. Der absolute Maximalwert für Kleinkinder sind 25 Gramm reiner Zucker am Tag – und dieses Limit ist echt schnell erreicht. Über die Folgen von zu viel Zuckerkonsum könnt Ihr hier nachlesen.

Rein biologisch betrachtet kommt Zucker in beinahe allen Lebensmitteln vor, denn er dient als Energiespeicher. Aber das, was wir als weißen Haushaltszucker kennen, ist ein industriell hergestelltes Massenprodukt ohne nennenswerte Nährstoffe. Industriezucker wird aus den Rohstoffen raffiniert, bis eben nur noch der reine weiße Zucker übrig bleibt. Das macht weißen Zucker zu einem Lieferant von leeren Kalorien.

Für uns war von Anfang an klar: Wir süßen ohne weißen Zucker. Denn es geht es auch anders: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Lebensmittel ganz ohne Industriezucker zu süßen. Natürlich enthalten die alternativen Süßmittel auch Zucker, meist in Form von Fruchtzucker, aber immerhin gibt es bei diesen Alternativen noch Vitamine und Mineralstoffe obendrauf. Wir haben uns dazu entschlossen, unsere Muffins mit Datteln zu süßen. Warum jetzt also Datteln, warum nicht Agavendicksaft oder Birkenzucker? 

Süßen ohne weißen Zucker

Vorneweg: Ja, auch Datteln enthalten Zucker, und zwar ganze 66%. Aber Datteln sind ein Naturprodukt und nicht industriell verarbeitet. Und genau das ist der springende Punkt: Die restlichen 34% sind andere Inhaltsstoffe, in erster Linie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.  

  • Ballaststoffe sind vor allem wichtig für Verdauung, regulieren aber auch den Blutzuckerspiegel. 
  • Magnesium ist wichtig für Nerven und Muskeln. 
  • Kalium hilft beim Zellwachstum.
  • Antioxidantien schützen die Zellen vor freien Radikalen und beugen so Entzündungen vor.

Dank dieser Inhaltsstoffe sind Datteln ein toller Süßstoff in der gesunden Küche: Sie sind eben nicht einfach nur süß, sondern bringen auch einen Mehrwert mit. Außerdem sind sie ein Naturprodukt und mussten – anders als Birkenzucker oder Agavendicksaft – vor dem Backen der Muffins nicht schon unzählige Verarbeitungsschritte über sich ergehen lassen.

Grundsätzlich sollte so wenig wie möglich gesüßt werden, einfach damit sich die Kleinen so wenig wie möglich an zuckersüßen Geschmack gewöhnen. Denn je weniger Zucker und Co. sie essen, desto besser ist es für ihre Gesundheit.