Hasenbrot – wie kamt ihr auf den Namen?

Ich dachte ja, es wäre schwierig, für das eigene Kind einen Namen zu finden – Pustekuchen! Unser Business-Baby zu taufen war viel schwieriger. Aber bei Hasenbrot waren wir uns schnell einig: das passt einfach.

Lustigerweise habe ich als Kind schon sehr gerne Hasenbrote gegessen – wusste es nur nicht. Es gab nämlich eine Zeit, da hat meine große Schwester als einziges Pausenbrot diese Knusperbrotschnitten mit Leberwurst drauf akzeptiert. Die Sache mit Leberwurst auf Knusperbrot ist aber die: es schmeckt vielleicht in der ersten Pause noch gut, spätestens in der zweiten ist das Brot aber komplett aufgeweicht und lätschig – also eigentlich ziemlich eklig. Fand auch meine Schwester und hat meistens die Hälfte davon wieder mit heim gebracht. Nachmittags, wenn meine Mutter die Brotdose von ihr zurück haben wollte, hat sie mir noch schnell das nicht aufgegessene Brot zugesteckt. Was für ein Fest! Ich habe diese aufgeweichten, fast schon gummiartigen Brotschnitten geliebt! Ohne es zu wissen, war ich damals schon ein großer Hasenbrot-Fan. Denn genau das bedeutet der Begriff ursprünglich: Ein Hasenbrot ist der Rest einer Brotzeit, den man wieder mit nach Hause bringt und den die Daheimgebliebenen als Leckerbissen feiern.

Ihr fragt Euch jetzt völlig zu Recht: Was bitteschön hat das mit Hasen zu tun?

Die Legende besagt, dass Waldarbeiter früher ihre halbaufgegessenen Brote mit nach Hause gebracht und ihren Familien erzählt haben, die Hasen hätten sie angeknabbert. Schön oder? In anderen Regionen nennt man belegte Brote, die in kleine Stückchen geschnitten werden Hasenbrote oder Häschen. Als wir auf den Begriff gestoßen sind, haben wir sofort lange Ohren bekommen, und uns war klar: So wollen wir heißen.

Es gibt auch eine Pflanze namens Hasenbrot: Die Luzula campestris auf deutsch Feld-Hainsimse oder Gemeine Marbel genannt.